Bewusstsein stärken – Teil 2
Wie mehr Achtsamkeit mein Leben mit MS verändert hat
In Teil 1 habe ich darüber gesprochen, wie wichtig es ist, wieder in Verbindung mit sich selbst zu kommen – den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen, auf Gedanken zu achten und die eigenen Bedürfnisse nicht zu ignorieren.
Heute möchte ich teilen, wie sich durch diese neue Haltung mein Alltag verändert hat – nicht über Nacht, aber Schritt für Schritt, auf eine sehr heilsame Weise.
1. Frühwarnzeichen ernst nehmen statt ignorieren
Früher habe ich Müdigkeit, Reizbarkeit oder leichte Koordinationsprobleme oft weggedrückt. Ich wollte „funktionieren“, mitziehen, mithalten. Heute ist das anders:
Ich nehme diese Zeichen als Hinweise meines Körpers wahr – nicht als Schwäche, sondern als kluge Warnsignale. Wenn mein Körper Ruhe will, bekommt er sie. Wenn er Grenzen setzt, respektiere ich sie. Das hat meine Stabilität enorm verbessert.
2. Klarere Entscheidungen treffen
Achtsamkeit hat mir geholfen, mich selbst besser zu spüren – nicht nur körperlich, sondern auch emotional.
Ich frage mich heute bewusster: Tut mir das wirklich gut? Brauche ich das gerade?
Und ich traue mich, Nein zu sagen – zu Stress, zu ungesunden Dynamiken, zu Einladungen, die mir Kraft rauben, oder auch zu Lebensmitteln, die mir nicht guttun. Das schafft mehr Klarheit und innere Ruhe.
3. Weniger Angst vor Schüben
Früher war da oft ein leiser Dauerstress: Was, wenn morgen ein neuer Schub kommt?
Heute bin ich nicht mehr so ausgeliefert.
Ich bin nicht nur „MS“. Ich bin ein Mensch mit vielen Seiten. Und wenn ein Schub kommt? Dann weiß ich inzwischen, was mir hilft – z. B. frühzeitig Ruhe, bewusste Atemübungen, gute Gespräche, bestimmte Routinen.
Das nimmt der Angst die Macht.
4. Qualität statt Quantität
Ich versuche nicht mehr, alles zu schaffen. Stattdessen entscheide ich mich bewusst für das, was mir wirklich etwas bedeutet.
Ein Spaziergang in Stille, ein tiefes Gespräch, ein gutes Buch ohne Ablenkung – das alles schenkt mir echte Erlebnisse mit Tiefe, statt nur „abgehakte To-dos“.
Und das Beste daran? Der Alltag fühlt sich leichter und reicher zugleich an.
Fazit:
Achtsamkeit hat mein Leben mit MS nicht geheilt – aber es entscheidend verändert. Ich bin heute nicht mehr im Dauer-Kampfmodus, sondern kann mich selbst besser wahrnehmen, verstehen und unterstützen.
Bewusstsein bedeutet für mich: mehr Klarheit, mehr Vertrauen, mehr Selbstfürsorge. Und genau das wünsche ich auch dir.
Wenn du dich oft überfordert fühlst, ständig funktionierst oder deinen Körper nur als „Problem“ siehst – dann fang klein an. Ein bewusster Moment am Tag genügt.
Mit der Zeit wird daraus ein neuer Umgang mit dir selbst.
Danke, dass du hier bist 💚
Herzliche Grüße,
Andrea Anna
Teil 3 folgt bald!
Darin teile ich praktische Übungen, wie du mehr Bewusstsein und Achtsamkeit in deinen Alltag bringen kannst – auch wenn du noch keine Erfahrung mit Meditation hast.
Es wird alltagstauglich, ehrlich und bodenständig – versprochen!
Danke, dass du hier bist 💚
Herzliche Grüße,
Andrea Anna
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