Mein Weg – Vom Neuanfang in Deutschland zur Leidenschaft für Gesundheit

Mein Name ist Andrea Anna S., doch geboren wurde ich als Bożena Anna in Oppeln, Polen. Als meine Familie und ich nach Deutschland auswanderten, war ich elf Jahre alt und konnte kaum ein Wort Deutsch. Doch schon bei unserer Ankunft in Deutschland wurde uns gesagt, dass mein polnischer Vorname später Probleme bereiten könnte – zum Beispiel bei der Jobsuche. Ich hatte nur wenige Minuten Zeit, um einen neuen Vornamen zu wählen, und so wurde aus Bożena plötzlich Andrea.
Unsere Ankunft in Deutschland war nicht geradlinig – mit einigen Umwegen lebten wir zunächst in Hamm und später in Wernigerode, bevor wir schließlich in Dortmund eine Wohnung fanden. Dort verbrachte ich 25 Jahre meines Lebens, ich lernte meine Freunde kennen, die mich bis heute begleiten und ich mich nach wie vor auf die jederzeit verlassen kann. Ich baute mir nach und nach eine Existenz auf. Zwölf Jahre lang arbeitete ich in einem medizinischen Labor, das später von Dortmund nach Recklinghausen umzog – und ich zog mit. Die letztem zwei Jahre lebte ich in Recklinghausen um mir den Weg und die Zeit zu sparen, dann zog ich nach Lippstadt im Kreis Soest, wo ich fast zehn Jahre lang zuhause war.
Beruflich startete ich als Kauffrau für Büromanagement, doch meine wahre Leidenschaft fand ich in der Gesundheits- und Wellnessbranche. Neben meiner Tätigkeit als Angestellte machte ich mich zusätzlich 2016 als Wellnessmasseurin selbstständig und führte mit viel Herzblut meinen eigenen Salon. Nach über 9 Jahren erfolgreicher Selbstständigkeit habe ich mich entschieden, meinen Fokus beruflich neu auszurichten und meinen Massagesalon zu schließen.
Doch meine Begeisterung für ganzheitliche Gesundheit, natürliche Wege zur Regeneration und inneres Wohlbefinden ist geblieben. Heute nutze ich meine Erfahrungen, um Wissen weiterzugeben und Menschen dabei zu helfen, neue Möglichkeiten für mehr Lebensqualität zu entdecken.
Mein Leben hat mich gelehrt, dass jeder Umweg, jede Veränderung und jede Herausforderung eine Chance für Neues sein kann. Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen mit Dir zu teilen!
Die ersten Symptome und die Diagnose Multiple Sklerose
Im Januar 2020 bemerkte ich plötzlich Schwierigkeiten beim Laufen, insbesondere bei Belastung oder längeren Strecken. Anfangs dachte ich, beide Beine seien betroffen und bei längerer Belastung wackelig und schwach, doch mit der Zeit stellte ich fest, dass es immer nur das rechte Bein betraf. Obwohl sich meine Gehfähigkeit zunehmend verschlechterte, ignorierte ich die Symptome zunächst.
Nach etwa sechs Monaten suchte ich meine Hausärztin auf, die mir Krankengymnastik verschreiben wollte – was ich ablehnte. Ich spürte intuitiv, dass etwas Ernsthaftes dahintersteckte, da ich Probleme hatte, das Gehen bewusst zu steuern. Anschließend suchte ich eine Orthopädin auf, die ein MRT der Lendenwirbelsäule veranlasste. Da keine Auffälligkeiten sichtbar waren, riet sie mir lediglich zu mehr Sport.
In den folgenden Monaten verschlechterte sich mein Zustand weiter. Neue Symptome traten auf: Sehstörungen auf dem linken Auge, Fatigue, Antriebslosigkeit, Spastiken, Muskelschmerzen, Brennen im rechten Bein, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen sowie Kribbeln im rechten Arm. An manchen Tagen konnte ich kaum noch gehen. Rückblickend betrachtet, erlebte ich einen Schub nach dem anderen, mit stets neuen Symptomen.
Schließlich forderte ich bei meinem Hausarzt eine Überweisung an. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, was genau mit mir los war, ging ich zunächst zur Neurochirurgie – vielleicht nicht die richtige Anlaufstelle, aber dort zeigte man sich sichtlich erstaunt über meine Gangart und veranlasste ein MRT von Kopf und Halswirbelsäule. Kurze Zeit später stand die Diagnose fest: Multiple Sklerose.
Erste Behandlungen und Krankenhausaufenthalte
Die Diagnose Multiple Sklerose traf mich schwer. Ich fiel in ein tiefes Loch und wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Mein erster Krankenhausaufenthalt begann sofort mit einer fünftägigen Kortisontherapie. Am dritten Tag spürte ich eine enorme Verbesserung und konnte wieder richtig gut laufen – ein unglaubliches Gefühl! An dem Tag bin ich knapp 8 km im Krankenhaus gelaufen – ich konnte nicht aufhören zu laufen. Was für ein Glücksgefühl.
Doch danach folgte das sogenannte „Kortisonloch“, und meine Beschwerden kehrten zurück. Etwa zwei Wochen lang war meine Gangfähigkeit sogar schlechter als vor der Therapie. Danach ging es langsam wieder bergauf.
Eine Woche später wurde ich in eine spezialisierte MS-Klinik verlegt, wo ich erneut eine Kortisontherapie erhielt. Innerhalb weniger Wochen nahm ich 25 kg zu. Dort wurde die Medikamentenwahl diskutiert, da unklar war, ob ich an der schubförmig-remittierenden MS (RRMS) oder der sekundär progredienten MS (SPMS) litt. Schließlich entschied man sich für ein Medikament, das in beiden Verlaufsformen eingesetzt werden kann
Direkt im Anschluss sollte ich eine Blutwäsche (Apherese) erhalten. Dort entschied man sich jedoch im Krankenhaus kurzfristig für eine partikuläre Therapie (Spritze). Danach wurde ich ohne die Apherese wieder entlassen.
Nach meiner Entlassung verschlechterte sich meine Gangfähigkeit weiter, die Spritze in den Rückenmarkt hat keine Wirkung gezeigt. Zwei Monate später musste ich erneut ins Krankenhaus und erhielt eine weitere Kortisontherapie. Trotz anhaltender Entzündungsherde folgte ein vierter Krankenhausaufenthalt. Diesmal wurde die Therapie gestoppt, da ein eventueller Schaden der Nebennierenrinde festgestellt wurde.
Stattdessen erhielt ich Broschüren mit zwei Medikamentenoptionen. Nach zwei Wochen entschied ich mich für eine Infusiontherapie. Nach reichlicher Recherche kam ein anderes Medikament für mich nicht in Frage.
Behandlung mit Infusionstherapie und Nebenwirkungen
Im August 2023 erhielt ich meine erste Infusionstherapie, aufgeteilt in zwei Sitzungen. Die zweite vollständige Infusion folgte im Februar 2024. Ich setzte große Hoffnungen in das Medikament, musste jedoch starke Nebenwirkungen erleben: ständige Erkältungen, geschwollener Hals, Gefühl des Schwankens, Drehschwindel, zusätzliche Schwäche, Müdigkeit, Magenverstimmungen, Rückenschmerzen, Angst, Blutzuckerprobleme, Schilddrüsenunterfunktion und schließlich Verdacht auf Brustkrebs, was sich dann aber 2 Wochen später nicht bestätigt hat. Zusätzlich wurde mir im Krankenhaus ein Medikament gegen Nervenschmerzen und vom Neurologen ein Medikament zur Verbesserung der Gehfähigkeit verschrieben.
Trotz der negativen Erfahrungen mit den Medikamenten habe ich sie eine Zeit lang weitergenommen – in der Hoffnung, dass sie doch helfen könnten. Parallel dazu begann ich schon früh mit alternativen Ansätzen und Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin D/K2, Magnesium, Omega-3, Zink, Selen, Kurkuma, Q10, L-Carnitin, Alpha-Liponsäure sowie Astaxanthin zu mir zu nehmen. Ich spürte dadurch eine gewisse Unterstützung meines Körpers.
Erst durch eine ganzheitliche Begleitung und bewusste Veränderungen in meinem Lebensstil bemerkte ich eine deutliche Verbesserung meines Allgemeinzustandes.
Mein Weg mit MS – ehrlich und unverblümt
Vor drei Jahren war mein Leben plötzlich nicht mehr wie zuvor.
Zeitweise sah ich auf dem linken Auge verschwommen, hatte Sprachprobleme und vergaß Dinge, obwohl mein Gedächtnis früher messerscharf war.
Hinzu kamen ausgeprägte Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, innere Unruhe und Angstzustände, die ich so nicht kannte.
Mein Körper reagierte zunehmend empfindlich auf Kälte und Wärme, alltägliche Reize wurden zur Belastung.
Auch Erschöpfung, Kraftverlust und eine deutlich verminderte Belastbarkeit prägten meinen Alltag.
Rückblickend war kaum ein Lebensbereich unbeeinträchtigt.
Morgens war mein rechtes Bein oft steif, und ich musste erst ein paar Meter gehen, um überhaupt in Gang zu kommen. Die Blasenschwäche war entwürdigend, ich schaffte es nicht immer rechtzeitig zur Toilette. Besonders am Morgen, wenn das Bein kaum mitmachte, war das einfach nur schlimm. Dazu kam diese bleierne Müdigkeit – Fatigue, wie ich später lernte. Mein Tag war oft schon um 14 Uhr vorbei, kaum dass ich von der Arbeit heimkam. Und mit der Erschöpfung kam auch eine leichte Depression. Ich wollte alles schaffen wie früher – doch ich konnte einfach nicht mehr.
Am schlimmsten war der ständige Schwindel, Tag für Tag. Ich war völlig aus der Balance. Rückblickend glaube ich, dass er stark durch die MS-Medikamente ausgelöst wurde, die ich damals nahm. Heute nehme ich keine krankheitsmodifizierenden MS-Medikamente mehr.
Lediglich ein Medikament zur Verbesserung der Gehfähigkeit setze ich bei Bedarf ein, um meine Mobilität punktuell zu unterstützen.
Dieser Schritt war für mich eine sehr bewusste Entscheidung
Ich möchte ganz klar sagen: Ich rate niemandem, einfach Medikamente abzusetzen. Das kann gefährlich sein. Es braucht Vorbereitung, Begleitung und vor allem Mut. Treffe solche Entscheidungen immer in enger Absprache mit deinem Neurologen oder behandelnden Arzt.
Nur gemeinsam lässt sich ein sicherer und sinnvoller Weg finden.
Wichtiger Hinweis
Ich möchte ausdrücklich betonen: Meine Entscheidung, Medikamente abzusetzen, war sehr persönlich und individuell. Ich rate niemandem dazu, das einfach nachzumachen. So ein Schritt kann gesundheitlich riskant sein und sollte niemals ohne medizinische Begleitung erfolgen. Ich teile hier meine Erfahrungen, aber sie ersetzen keine ärztliche Beratung oder Therapieempfehlung.
Wer darüber nachdenkt, seine Medikation zu verändern, sollte dies immer mit Fachärzt/innen abstimmen und gut vorbereitet sein.
Ich habe es gewagt – nach Absprache mit meinem Neurologen, meiner Heilpraktikerin und einem Gesundheitsberater – und heute ist es für mich selbst fast unglaublich. Alle Symptome sind verschwunden. Nur die Gangstörung ist geblieben – verursacht durch Nervenschäden, die bereits vor der Diagnose durch die Zerstörung der Myelinschicht entstanden sind.
Aber ich gebe nicht auf. Denn ich weiß: Die Myelinschicht kann sich regenerieren – langsam, aber stetig.
Nach dem Absetzen habe ich meinen Körper Schritt für Schritt wieder ins Gleichgewicht gebracht.
Meine Gehfähigkeit hat sich deutlich stabilisiert: nicht perfekt, aber gut.
Den Rollstuhl habe ich vor sechs Monaten verkauft, da ich ihn nicht mehr benötige.
Für längere Strecken nutze ich bei Bedarf einen Rollator.
Dieser Weg verlangt Zeit, Ausdauer und Vertrauen – aber für mich war er genau richtig.
Heute genieße ich mein Leben wieder. Klarer, wacher, freier – so wie vor der Diagnose, damals.
Seitdem verfolge ich einen ganzheitlichen Ansatz: Ich achte auf eine gesunde, entzündungshemmende Ernährung – möglichst zuckerarm und glutenfrei – bewege mich regelmäßig, arbeite bewusst an meiner inneren Haltung und reduziere aktiv Stress.
Eine Reise zu mir selbst
Diese Reise war auch eine Reise zu mir selbst. Nach der Diagnose begann ich direkt nach und nach tief in meine Vergangenheit zu blicken. Ich wollte herausfinden, warum ich mich so oft fremd in meinem eigenen Körper fühlte.
Schon in meiner Kindheit war ich sehr schüchtern, ruhig und sehr sensibel. In der Jugend wich die Schüchternheit, aber ein Gefühl von Leere blieb, ich hatte kein Selbstwertgefühl. Ich fühlte mich oft nervös, unsicher, nicht wirklich in mir selbst verankert – wie neben mir stehend.
Auf meiner Suche nach Antworten stieß ich auf einen Hypnotiseur, mit dem ich in Kontakt trat. Mithilfe von Hypnose begann ich, alte Themen aufzuarbeiten – mit spürbar positiver Wirkung.
Was ich gelernt habe: Es braucht Mut neue Sachen zu probieren, aber vor allem die Entscheidung, seinem Körper zu vertrauen und neue Wege zu gehen. Der erste Schritt beginnt immer bei dir selbst.
Meine Erfahrungen teile ich hier auf meiner Website und in meinem Blog – vital-mit-ms.de/blog – um anderen Mut zu machen, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und neue Wege zu entdecken.
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Herzliche Grüße
Andrea Anna 💚
Bei Fragen oder Anregungen kannst du mich gerne per E-Mail kontaktieren:
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